Dienstag, 19. Juli 2016

Der selbe Traum

Ein Grund, warum ich schon immer das Lesen geliebt habe: Das Träumen. Das Sich Erhoffen. Das freudige Erwarten.

Ob ich dreizehn war, oder neunzehn bin. Es hat sich nichts verändert. Und so kann es sein, dass ich bei der selben Geschichte nach Jahren immer noch Herzklopfen und Schmetterlinge im Bauch empfinde. Auch, wenn sich mein Leben inzwischen in andere Farben bricht.

Ist es in Ordnung, trotzdem noch das selbe zu träumen? Von großer Romantik? Von Seelenverwandtschaft? Von Abenteuer? Nickt ihr bejahend den Kopf? Ruft ihr entrüstet "aber natürlich"!?

Doch was, wenn diese großen Wünsche eigentlich erfüllt sein sollten? Wenn man an einem Punkt sein müsste, an dem sich all diese Anfänge bereits nur in Form guter Erinnerung im Kopf tummeln dürften, aber mit Blick auf die Gegenwart? Was, wenn man sich immer wieder dabei ertappt, wie man den Konjunktiv verwendet?

Also frage ich erneut. Wieder und wieder. Mich. Dich. Euch.

Ist es in Ordnung, vom Anfang zu träumen, während man sich eigentlich im Mittelteil befindet? Ist es gerechtfertigt, wenn man sich Zukunftsszenarien ausmalt, aufbaut, ausdenkt?  Sich zuspricht "Das kann dir alles noch passieren. Das wird auch dir noch passieren", obgleich du dein Leben so führst, als wäre es schon geschehen?

Schüttelt ihr jetzt verneinend den Kopf? Flüstert ihr beschämt "aber nein"?

Weder noch.
Wir sitzen einfach weiter vor dem Bildschirm und hängen den Gedanken nach.



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